LichtRouten 2006 · Ausstellung    
  Designer/innen    
 

Agathe Argod


Als Architektin und Innenarchitektin, als Freiraum- und Lichtplanerin und als Bühnenbildnerin arbeitet Agathe Argod mit jeder Art von Räumen: offen ebenso wie begrenzt, öffentlich ebenso wie privat, innen wie außen, natürlich und künstlich, permanent wie ephemer. Für sie ist Licht Material, Medium und Objekt zugleich. Sie nutzt es für subtile Akzente ebenso wie für spektakuläre Inszenierungen, für poetische Momente wie für dramatische Szenen. Mit Licht verwischt sie die Grenzen zwischen realer Materialität und sichtbarer Illusion.

LichtRouten – Projekt

Das Wäldchen der Feen

Am Ende der Bahnlinie, versteckt zwischen den Sträuchern und Bäumen, entwirft Agathe Argod einen kleinen künstlichen Teich. Zu hören ist eine akustische Collage, die sich aus den unterschiedlichsten, natürlichen Klängen zusammensetzt; bei genauem Betrachten der Wasseroberfläche sind Figuren zu sehen, die Feen gleich, aus dem Wasser aufzutauchen scheinen und wieder verschwinden.

Bahnhofsallee, Grünanlage

Ausbildung

1989 Studienabschluss als Architektin (DPLG)
1993 Post-graduierte Studien Freiraumplanung
2003 Studienabschluss als Innenarchitektin an der Hochschule für angewandete Künste ESAAT Olivier des Serres

Beispielhafte Arbeiten im öffentlichen Raum

Chartres, Eure Valley
Gannat, The European Paleontology Centre
Lyon, Clos Carret

Beispielhafte Ausstellungen

Amiens, Salle du Regent, “Achtzig Tage für eine Tour um die Welt”
Paris/Canton, “Licht für France AFAA”

Beispielhafte Theater-Arbeiten

Avignon, Off-Fesival, “George” von Nathalie Bensard und Laura Benson
Paris, La Maison des Arts et de la Culture, “Das Land” von Martin Crimp
Paris, Theatre de la Colline, “ Aneantis” von Sarah Kane

Beispielhafte Installationen
Aubrac, Maison de L’Aubrac, “Vogelauge”/ “Mannshöhe”/ “Linsenblick”
Lyon, Theatre de Lyon, “Bewegung Feuer”

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   


   
   

Gustavo Avilés


Für Gustavo Avilés ist Licht Material der Architektur. Seine Lichtinszenierungen von umbautem wie von natürlichem Raum orientieren sich an Form, Farbe und Funktion ebenso wie an Atmosphären und energetischen Zusammenhängen. Die von ihm konzipierten Lichtgestaltungen zeichnen sich durch hohe visuelle Attraktivität aus.

LichtRouten – Projekt

Wie im Himmel so auf Erden

Der Friedhof an der Mathildenstraße ist Lüdenscheids ältester Friedhof und wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Die beeindruckende Gesamtwirkung des alten Friedhofes beruht ganz wesentlich auf dem Erhalt ungezählter originaler Grabeinfassungen des 19. Jahrhunderts, bei denen jedoch die auf den Fundamenten der natur- oder kunststeinernen Grabeinfassungen angebrachten eisernen Gitter seit dem Zweiten Weltkrieg nahezu ausnahmslos fehlen. Der Wegeverbindungen und der alte Baumbestand werden zum Teil der Licht- und Klangkomposition von Gustavo Avilés. Er folgt der Idee den Friedhof als Verbindung zwischen Himmel und Erde zu inszenieren. Die eigens erstellte Komposition für Harfe wird von Cynthia Valenzuela gespielt.

Mathildenstraße, Alter evangelischer Friedhof

Biographische Angaben

1950 geboren in Mexiko-Stadt
1969-1974 Studium der Architektur an der Iboamericana University in Mexiko-Stadt
1974 Examen
Seit 1984 Praxis-Schwerpunkt Architekturlicht
1986 Gründung des Architekturlichtbüros „Lighteam Gustavo Avilés“
Seit 1986 Leitung des Architekturlichtbüros „Lighteam Gustavo Avilés“
Seit 1996 Lehraufträge für Lichtgestaltung an der Staatlichen und Freien Universität und an der Iberoamericana Universität in Mexico-Stadt, an der Anahuac Universität in Huixquilucan sowie an weiteren akademischen Einrichtungen in New York, Mailand, Portugal, Brasilien, Deutschland, Frankreich und Finnland sowie im Auftrag des Europäischen Verbandes der Lichtdesigner (Elda+)
1998 Gründung des Netzwerkes „Diseñadores de Iluminación Mexicanos (DIM)“
Seit 1998 Akademischer Koordinator der Fortbildung „Architekturlicht“ an der Iberoamericana Universität in Mexico-Stadt
Seit 2004 Akademischer Koordinator des Masters „Architekturlicht“ an der Staatlichen und Freien Universität in Mexico-Stadt
Seit 2005 Offizieller Vertreter der Stadt San Luis Potosí im Netzwerk der Städte des Licht „Lighting Urban Communities International (LUCI)“

Lebt in Mexiko Stadt.

Auszeichnungen

2006 International association of Lighting Designers, Lobenswerte Erwähnung für das Hue-Chroma Haus in Mexico Stadt
2004 International Illumination Design Award Program - Award of Merit Edwin F. Guth Memorial für das Sergio Hernández Museum in Oaxaca
1998 International Illumination Design Award Program - Award of Merit Edwin F. Guth Memorial für die Nationale Flaggenhalle im Schloss von Chapultepec
1998 International Illumination Design Award Program - Award of Merit Edwin F. Guth Memorial für das Jose Luis Cuevas Art Museum in Mexiko Stadt
1996 International Illumination Design Award Program - Award of Merit Edwin F. Guth Memorial für das Master Channel Center in Mexico-Stadt
1996 International Illumination Design Award Program - Award of Merit Edwin F. Guth Memorial für das Nationale Auditorium von Mexico Stadt

Projekte - Auswahl

Alicante, Lourdes Grobet Internationale Fotoausstellung
Hannover, Mexikanischer Pavillon zur Weltausstellung EXPO 2000
Madrid, Mexikanischer Pavillon bei der Quadro International Expo
Mexiko Stadt, Kunstmuseum der Universität Chopo
Mexiko Stadt, Perisur-Zentrum
Mexiko Stadt, Regierungspalast
Paris, Elektra
Paris, Siebel
San Luis Potosí, Federico Silva Museum
San Luis Potosí, Lichtmasterplan für die historische Innenstadt von San Luis Potosí
Tlaxcala, Museum für moderne Kunst


 
   

Erwin Döring

Erwin Döring inszeniert Stadt- und Bühnenräume mit Licht, die nicht nur die physikalischen Eigenschaften einer Lichtsituation, sondern auch die menschliche Wahrnehmung als einen komplexen Prozess, berücksichtigen. Somit gehören Lichtkomfort, Energieeffizienz und Zeitbezug neben ästhetischen Kriterien zu seinen wesentlichen Planungsgrößen.

LichtRouten – Projekt

"Integration gegen Vergessen"

In einer Straßenkehre der Knapper Straße liegt eine Grünfläche, die von 1887 bis 1955 der jüdische Friedhof von Lüdenscheid war. Die Lichtinszenierung von Erwin Döring, die sowohl die Grünanlage, städteplanerische Aspekte wie auch die Geschichte des Ortes berücksichtigt, macht aus dem unauffälligen Ort in der Stadtmitte ein Denkmal, das nur der in Dunkelheit zu sehen ist.

Lösenbacher Straße/ Knapper Staße, Grünanlage

Biographische Angaben

1943 geboren in Stettin
Design- Studium in Pirmasens
1991 Gründung des Lichtplanungsbüros d-lightvision
1994 Mitgründer des Europäischen Verbandes des Lichtdesigner ELDA+
2001 GE Award of Excellence für das „Telekom Service Center“, München

Lebt in München.
Info: www.d-lightvision.de

Projekte - Auswahl

München, Residenztheater
München, Flughafen, Transrapid
München, Siemens Design-Center
Warri, Flughafen
Zürich, Casino Lakeside
Bonn, Wirtschaftsministerium
Dresden, Frauenkirche



 
   

Har Hollands & Kees Bos


Har Hollands hat sich in den letzten 8 Jahren auf Lichtgestaltung für Architektur, Stadt- und Freiräume spezialisiert, u.a. hat er private wie öffentliche, urbane wie industrielle Zusammenhänge lichtinszeniert. Seine Arbeiten zeigen, dass mit künstlichem Licht Nachtgestalten von eigenem Reiz und hohem visuellen Wert realisiert werden können. Zusammen mit Kees Bos realisiert er Lichtinszenierungen historischer Orte und Bauwerke in Ägypten.

LichtRouten – Projekt

Brache Brauckmann & Pröbsting

Bereits im Jahr 1855 gegründet, gehörte die Firma Brauckmann & Pröbsting zu den traditionsreichen Unternehmen in der Stadt Lüdenscheid. Der heutige Gesamtkomplex der Fabrikanlage setzt sich aus verschiedenen Bauphasen zusammen. In der ersten Bauphase im Jahre 1866 entstanden die ursprünglichen Fabrikgebäude, in den weiteren Bauphasen wurde u.a. ein Kesselhaus für die heute unter Denkmalschutz stehende Kesselanlage (1890) errichtet, die als hervorragendes Beispiel der Technik des Wasserröhrenkessels aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt. Die Inszenierung von Teilen der Industriebrache spielt mit Licht, Schatten und Reflexionen auf dem Grat zwischen Erinnerungen und Illusionen.

Kurze Straße, Brache Brauckmann & Pröbsting


Har Hollands

Biographische Angaben

1956 geboren
Architektur - Studium in Eindhoven
Arbeitete 15 Jahre als Lichtdesigner bei Philips Lighting in Eindhoven.
1998 Gründung des Lichtplanungsbüros Har Hollands Lichtarchitect

Lebt in Eindhoven.
Info: www.hollands.info

Projekte - Auswahl

Abu Simbel, Tempelanlagen
Almere, Stadthalle
Amsterdam, Rembrandt-Tower
Amsterdam, Okura Hotel
Den Haag, Neue Kirche
Dessau, Meisterhäuser
Dresden, UFA Kino
Eindhoven, Evoluon
Eindhoven, Wasserturm
Giza, Pyramide von Khephrem
Köln, Hohenzollernbrücke
Lissabon, Almada Forum
Lyon, Musée des Confluences
Nanjing, Chang Jiang Brücke
Seoul, Olympisches Velodrom
Seoul, Olympische Sporthalle
Wien, Wasserturm

 

 
   

Klasse Andreas Schulz
Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim


Die Studienrichtung Lighting Design wurde von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim in 2001 eingerichtet und ist als grundständiger Studiengang europaweit einzigartig. Die Ausbildung in Hildesheim umfasst eine ganzheitliche Lichtplanung, d.h. umfasst gestalterische und technische ebenso wie ökonomische, ökologische und psychologische Aspekte von Lichtwirkungen und -planungen. Auch die angrenzenden Disziplinen Architektur und Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung, Produktdesign, Medien- und Steuertechnologien gehören zum Curriculum. Mit Andreas Schulz ist der Lehrstuhl mit einem Lichtplaner besetzt, der sowohl mit seiner gestalterischen Praxis wie durch seine Lehre die Profession Lichtdesign prägt.

LichtRouten – Projekt

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof Am Ramsberg gehört zu den wenigen Zeugnissen jüdischen Lebens in Lüdenscheid. Hierher wurden 1955 die Grabstätten von dem damaligen Friedhof an der Knapper Straße verlegt. 1958 wurde er auf Wunsch der jüdischen Kulturgemeinde geschlossen und gehört seit 2003 zu den Denkmalen der Stadt Lüdenscheid. Er liegt etwas abseits des Zentrums in einem Wohngebiet und zeichnet sich durch den alten Baumbestand ebenso wie durch die historischen Grabstätten aus. Referenzpunkte für die sensible Lichtinszenierung der Klasse von Andreas Schulz ist sowohl die geschichtliche Relevanz wie auch die besondere Atmosphäre dieses Waldfriedhofes.

Am Ramsberg, Jüdischer Friedhof