Technische Entwicklungen und gesellschaftlicher Wandel
Anknüpfungspunkt der LichtRouten 2010 ist der Zusammenhang von technischen Entwicklungen und gesellschaftlichem Wandel. Im 19. und 20. Jahrhundert veränderten sich mit der Industrialisierung die Arbeits- und Lebenszusammenhänge. Mit der Kodifizierung industrieller Arbeit gingen soziokulturelle und stadträumliche Veränderungen einher, die wesentlich von Kunst, Design und Architektur mitgestaltet wurden. Maschinen- und Fabrikationshallen entstanden, neue Wohnformen und -quartiere entwickelten sich und soziokulturelle Funktionsräume, wie Treffpunkte und Sporteinrichtungen, Bildungs- und Veranstaltungsräume wurden neu gestaltet. Dies zog Veränderungen in der Stadt als Lebens- und Arbeitsraum nach sich, die bis heute das Erscheinungsbild von Lüdenscheid prägen. Die LichtRouten 2010 sind eine Einladung zu einem Dialog von Vergangenheit und Gegenwart mit Blick auf die essentiellen Veränderungen im Zuge der Digitalisierung, die die Lebens- und Arbeitszusammenhänge ebenso nachhaltig verändert, wie es die Industrialisierung getan hat.
Kunst und Design im öffentlichen Raum
Als Ausstellungsformat zu Kunst und Design im öffentlichen Raum zeigen die LichtRouten 2010 Arbeiten, in denen wissenschaftliche und ästhetische Phänomene, natürliche und technische Möglichkeiten ebenso wie globale Entwicklungen und weltanschauliche Vielfalt in sehr unterschiedlichen künstlerischen und gestalterischen Strategien münden. In der Auseinandersetzung mit den konkreten Orten, deren Geschichte und soziokulturellen Implikationen wurden alle Arbeiten entweder adaptiert und neu konzipiert. Für die Ausstellungsdauer von zehn Tagen werden sie in bestehende urbane Zusammenhänge eingeflochten und stellen sich der Diskussion im öffentlichen Raum.
Licht als Werkstoff
Die eingeladenen Künstler/innen und Designer/innen forschen und experimentieren mit dem Licht als Medium der sichtbaren Welt und seiner essentiellen Relevanz für jedwede Weltanschauung. Sie zeigen Arbeiten, die Licht als einen Werkstoff behandeln und die vergegenwärtigen, dass es keine Räume und keine Materialien, keine Formen und Farben gibt, die unabhängig von Licht sichtbar sind. Sie thematisieren Lichtquellen, Lichtbilder und Lichträume mit Blick auf die Variablen Zeit und Raum, Distanz und Perspektive, Wahrnehmungsfähigkeit und Erfahrungshintergrund sowie leitende Interessen und die Fantasie des/r Betrachtenden. So sind die Besucher/innen der LichtRouten immer auch Teil des Lichtgeschehens. Wir freuen uns sehr auf sie, denn sie haben die LichtRouten in den letzten zehn Jahren zu den Festspielen der Stadt des Lichts gemacht.
Bettina Pelz und Tom Groll
Kuratoren




