Visuelle Wahrnehmung ist ein dynamischer Prozess, der sich durch die permanente Abfolge von Sinneseindrücken charakterisieren lässt. Gudrun Barenbrock folgt diesem Wahrnehmungsprozess mit der Kamera. Sie fotografiert und filmt Licht und Gegenlicht, Schatten und Reflexion. Es entstehen Bilder, in denen die Flächen und Körper verschwinden, die Abbildungsfläche und Reflexionsgrund sind. Nichts bleibt, das auf den spezifischen Ort der Aufnahmen hindeutet. Sie dokumentiert nicht das Dauerhafte, sondern das Flüchtige – Spuren von Licht, Bewegung und Auflösung. Und obwohl die Bezüge zur empirischen Wirklichkeit in hohem Maße reduziert sind, scheint “Sinngehalt” (Roland Barthes) in ihren Bildern auf. In ihren Installationen unterzieht sie den in den Bildern formulierten Widerschein sichtbarer Wirklichkeit künstlerischer Reflexion.
LichtRouten-Arbeit: da heim
Eine Sammlung von Schatten, Spiegelungen und Reflexionen sind das Ausgangsmaterial von Gudrun Barenbrocks Arbeit zu den LichtRouten 2010. In der digitalen Bearbeitung vorgefundener Bildwelten verändert sie Farb- und Kontrastwerte, Schärfe und Tempo der Foto- und Filmaufnahmen, so dass eine Sammlung von abstrakten Lichtphänomenen entsteht. Integriert in die Architektur des Dachstuhls, realisiert sie vier Projektionsräume in der alten Post. Diese erscheinen wie Lichtspeicher, in denen sich Lichtpartkel, -fragmente und -wellen in fortwährender Bewegung und Veränderung befinden.
Die Installation wird ergänzt von einer Video-basierten Langzeitbeobachtung der Spiegelung eines Hauses im Wasser, die künstlerisch überarbeitet wurde.
Weitere Informationen
VITA Gudrun Barenbrock
LichtRouten-Standort: Alte Post (heute: Musikschule) I Altenaer Straße 9









