Olga Kisselevas Arbeiten entstehen in der kontinuierlichen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in den digitalen Medien entlang der wechselseitigen Diskrepanz von analoger und digitaler Dimension mit dem Ziel, die neuen Aspekte von Wirklichkeit zum Gegenstand ästhetischer Praxis zu machen.
Integrierter Bestandteil ihrer künstlerischen Praxis sind wissenschaftliche Forschungsweisen, die natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Arbeitsfelder umfassen. Ihre theoretischen Annahmen und Analysen unterzieht sie der theoretischen ebenso wie der künstlerischen Reflexion.
Ihr Themenfeld ist die Vielzahl der Kommunikations- und Datenaustauschtechnologien, die das menschliche Verhalten und Selbstverständnis nachhaltig verändern. In ihrer Arbeit geht es nicht nur darum, die digitalen Technologien zu künstlerischen Werkzeugen zu machen, sondern auch darum, diese kritisch zu reflektieren. Ihre Installationen thematisieren die Wechselwirkung zwischen analoger und digitaler Sphäre, aber auch das jeweils implizite Wirklichkeitsverständnis.
+ Hintergrund: Medienbasierte Kunst experimentiert mit einzelnen Medien oder ganzen Mediensystemen. Die Medien sind gleichzeitig Mittel und Gegenstand der künstlerischen Praxis. Sie ist die ästhetische und künstlerisch-innovative Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der neuen Medien, der Informations- und Kommunikations- sowie der Computertechnologie, und/oder deren Verknüpfung mit traditionellen Medien wie Fotografie, Film, Performance u.v.m. Sie beschäftigt sich mit Kommunikation, Interaktion sowie – technischer und symbolhafter – Übertragung und Vernetzung. Besonderes Augenmerk liegt auf prozessbasierten künstlerischen Arbeiten, offenen Prozessen und deren Gestaltung.
LichtRouten-Arbeit: IT’S Time
Mit den technischen Möglichkeiten hat sich auch das Verhältnis zur Zeit verändert: Mit kürzeren Kommunikations-, Produktions- und Transportzeiten einher gehen auch kürzere Takte in den sozialen Reaktionszeiten. Diese Trandenz zur Beschleunigung thematisieren Olga Kisseleva und Sylvain Reynal in ihrer Installation in der Villa Deumer. Visueller Bezugspunkt ist eine rotleuchtende Zeitanzeige in der Installationsumgebung. Über einen Sensor wird die Pulsfrequenz der Besucher/innen erfasst und an ein Datensystem zur Zeiterfassung transferiert. Der Pulsschlag der Besucher/innen wird zum Maß der (kollektiven) Uhr, die im Vergleich zur genormten Zeit immer vorgeht.
Das Projekt wird entwickelt und ausgeführt mit Unterstützung der „Art&Science International Institute (ASII), University of Paris” und mit dem „Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS)/Labor für theoretische Physik und Modeling”.
Weitere Informationen
VITA Olga Kisseleva
VITA Sylvain Reynal
LichtRouten-Standort: Villa Deumer I Sauerfelder Straße 28








