Dem Transfer von physischen Körpern zum Bild als Fotografie, als Thermografie oder als Laserlinie gilt die künstlerische Aufmerksamkeit von Stephan Reusse. In der Auseinandersetzung mit verschiedenen Abbildungstechniken und ihren ästhetischen Implikationen sucht er nach Bildqualitäten, die die Differenz zwischen physischem Körper, dessen Abbildung und die Interpretation dieser in der menschlichen Wahrnehmung minimieren.
Er arbeitet im besten Sinne dokumentarisch, er montiert und erfindet nicht. Dabei spielt die Erkundung und das Verständnis des Gegenstands eine ebenso große Rolle wie die Eigenarten der bildgebenden Verfahren und die Eigenwilligkeit der menschlichen Wahrnehmung. Leitende Interessen seiner experimentellen Vorgehensweise sind Medientechnik-reflektierende Aspekte.
„Die Laserarbeiten Reusses entstehen aus Vektorisierungen, wobei sie einer real gefilmten Bewegung nachgehen und nicht aus der Anpassung an eine virtuelle Welt kommen“, d.h. ihre Glaubwürdigkeit entsteht, indem die digitalen Datenbewegungen nicht den ihnen immanenten Parametern folgen, sondern den analogen Bewegungen. Fotografie und Film fungieren dabei als „Interface“ zur Digitalisierung.
LichtRouten-Arbeit: Mice
Bewegungen als die Gestaltung des Verhältnisses von Raum und Zeit stehen im Mittelpunkt der Arbeit „Mice“. In zeichnerischer Reduktion spezifischer Bewegungsmuster zu abstrakten und flüchtigen Linienführungen entsteht sein Projektionsmaterial. Für „Mice“ werden reale Bewegungsmuster einer Maus simuliert, vervielfacht und mittels einer grünen Laserlinie auf die Fassade des Inselhauses gebracht. Das Zusammenspiel von realer Architektur und projizierter Linie erzeugt in der menschlichen Wahrnehmung ein Vexierspiel von konkreten und abstrakten Bildinhalten.
Weitere Informationen
VITA Stephan Reusse
LichtRouten-Standort: Inselhaus I Wilhelmstraße / Karussellplatz 1










